Feuerwehr

 
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Kapitel 9: Frühling auf dem Lande

Die Frühlingsonne ergoss sich in warmer Pracht über das weite Land, als Nick und Jatz sich aufmachten, den April und den Mai zu durchstreifen. Die Oster- und Pfingstfeiertage standen bevor, und entlang der Bundesstraße, die durch ihre Heimat schlängelte, flanierten nun wieder zahlreiche Reisende. Doch die Trockenheit der Luft trug bereits die düstere Warnung der Waldbrandgefahr Stufe 5 in sich. Für die tapferen Feuerwehrkameraden bedeutete dies eine Zeit, in der sie mit unvorhersehbaren Herausforderungen konfrontiert wurden.

 

Am Nachmittag ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall auf der B109. Ein Auto war auf einer geraden Strecke mit einem Lastwagen kollidiert, und trotz aller Bemühungen konnte der Fahrer nur noch tot geborgen werden. "Manchmal sind die Wege des Schicksals unergründlich," murmelte Nick leise zu Jatz.

 

Ein andermal wurden sie nach Pasewalk gerufen, um bei einem Scheunenbrand zu unterstützen. Die Leitstelle hatte von Anfang an eine verstärkte Präsenz vor Ort angefordert, da eine Tankstelle in der Nähe lag. Gemeinsam mit den Feuerwehrleuten aus Belling, Pasewalk und Rollwitz legten sie Schläuche aus, um die Wasserversorgung sicherzustellen. "Es ist wahrlich ein Segen, dass wir alle hier Seite an Seite arbeiten können," rief Muchi, während sie die Schläuche entrollten.

 

Als nächstes wurden sie nach Belling gerufen, wo ein aufrecht stehender Schachtdeckel eine ernsthafte Gefahr darstellte. Gemeinsam mit der Polizei sicherten sie die Einsatzstelle und brachten den Deckel wieder in Position. Eule kommentierte trocken: "Nicht jeder Einsatz mag spektakulär sein, aber jeder ist von höchster Bedeutung."

 

Doch dann ereignete sich erneut ein tragisches Ereignis. Bei einem weiteren Verkehrsunfall war eine Person im Fahrzeug eingeklemmt und konnte nur noch tot geborgen werden. "Diese Momente rauben einem manchmal den Atem," sagte Jatz später. "Man kann sie nicht einfach abstreifen. Sie bleiben für immer in unseren Gedanken."

 

Trotz dieser schweren Stunden erinnerten sie sich daran: "Dafür sind wir hier. Das gehört zu unserer Pflicht. Der Wunsch zu helfen treibt uns voran. Nicht jeder ist dazu berufen, aber wir haben die Möglichkeit dazu und deshalb tun wir es!" Doch auch sie brauchten Momente der Entspannung und des Abschaltens.

 

Nick fand solche Momente beim Radfahren mit seinem Mountainbike. Die Wege entlang der alten Mauer, vorbei am verlassenen Brennofen des Dachziegelwerkes in der Rothemühler Landstraße, hinein in den Wald und weiter entlang der Kieswege boten ihm Raum, um seine Gedanken zu ordnen. Der Buchenwald, gesäumt von unzähligen Waldpfaden, von Jatznick nach Waldeshöhe, Rothemühl oder Hammer, lud ihn bei schönstem Wetter zu ausgedehnten Touren ein. Jatz hingegen zog es vor, ihre Rollschuhe zu schnüren. Auf den langen, asphaltierten Radwegen konnte sie ihre Musik genießen und gleichzeitig die Schönheit ihrer Heimat bewundern. Die Wege schienen endlos zu sein. Manchmal raste sie bis nach Pasewalk, ein anderes Mal bis nach Torgelow, und verlor dabei völlig das Zeitgefühl.

 

Weiterhin einsatzbereit und stets für ihre Gemeinde da, gestützt von ihren Familien und allen Kameraden, genossen Nick und Jatz die Frühlingszeit in ihrer geliebten Gemeinde Jatznick.

Maik L. Jatzbach

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Veröffentlichung

Do, 16. Mai 2024

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